Sieben Mädchen, ein Schiff und jede Menge Segelabenteuer: Der erste Herbsttörn der Exodus ins Rheindelta nach Zeeland war eine Reise voller schöner Begegnungen und neuer Erfahrungen.
Nach einem herzlichen Reisesegen durch Presbyter Hennings Kaul machten wir uns mit dem Bulli auf den Weg in die Niederlande. In Oude Tonge gingen wir an Bord der Exodus und starteten unser Abenteuer auf dem Wasser. Vor uns lagen die Weiten des Rheindeltas, kleine Häfen, malerische Orte und hoffentlich eine ordentliche Portion Segelwind.
Die Mädchen waren von Anfang an mittendrin: Segel setzen, Leinen werfen, beim An- und Ablegen mithelfen und natürlich auch selbst das Ruder übernehmen. So ging es über Bruiniss Zierikzee und de Roompot wieder nach Zierikzee. Rund 45 Seemeilen legten wir insgesamt zurück. Dabei konnten alle erleben, was Segeln ausmacht: den Wind in den Segeln spüren, den Kurs halten, aufeinander achten und gemeinsam als Crew funktionieren. Auch die Landgänge gehörten dazu. Wir erkundeten die kleinen Hafenorte, schlenderten durch die Gassen und genossen das besondere Flair niederländischen Ortschaften.
Doch das Wetter hatte Überraschungen für uns parat. In den letzten drei Tagen zeigte sich die Nordsee-Region von ihrer rauen Seite: Starkwind, viel Regen und Sturm machten das Segel unmöglich. Sicherheit geht natürlich vor! Also war Kreativität gefragt. Kurzerhand verlegten wir unser Programm an Land und machten uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg nach Renesse an den Nordsee-Strand. Am nächsten Tag sorgte Kinobesuch um 10:30 Uhr am Vormittag als spontanes Alternativprogramm für Abwechslung.
Und auch an Bord wurde es keineswegs langweilig. Wenn draußen der Wind um das Schiff pfiff und der Regen gegen die Scheiben trommelte, rückten wir unter Deck zusammen. Die Heizung sorgte für eine kuschelig warme Atmosphäre, und stundenlange Werwolf-Runden ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Es wurde gelacht, gerätselt, verdächtigt und mitgefiebert. Die Stimmung blieb trotz des durchwachsenen Wetters richtig gut.
Vielleicht waren es gerade diese ungeplanten Momente, die unseren Törn so besonders gemacht haben. Denn Segeln bedeutet nicht nur Sonne, blauen Himmel und volle Segel. Es bedeutet auch, sich auf wechselnde Bedingungen einzustellen, gemeinsam Lösungen zu finden und als Mannschaft zusammenzuhalten.
Am Ende kehrten sieben Mädchen mit vielen Erlebnissen, neuen Eindrücken und einer guten Portion Segelerfahrung nach Hause zurück. Sie hatten nicht nur Seemeilen gesammelt, sondern auch Mut bewiesen, Verantwortung übernommen und gelernt, sich aufeinander zu verlassen. Wer selbst das Steuer in die Hand nimmt, Segel setzt und beim Anlegen die Leinen wirft, merkt schnell: Ich kann mehr, als ich vielleicht gedacht habe!
So sind wir nach Hause zurückgekehrt – mit Wind im Gesicht, vielen schönen Erinnerungen im Gepäck und sieben Mädchen, die hoffentlich ein kleines Stück selbstbewusster geworden sind. Ein herzlicher Dank gilt allen, die diesen besonderen Törn möglich gemacht haben!


